Gedenkstättenfahrt Prag Tag 3

Es war heute ein langer Tag in Terezin. Wir starteten in der kleinen Festung, das ehemalige Konzentrationslager in Theresienstadt. Dort erfuhren wir, wie menschenunwürdig die Nationalsozialisten mit den Häftlingen umgegangen sind. Ein Überleben war so gut wie nicht möglich.
Daraufhin begaben wir uns auf das Gelände des ehemaligen Ghettos. Die Nationalsozialisten drehten an diesem Ort den Propagandafilm, um zu zeigen, dass das Leben hier für Juden aus Europa möglich wäre – dieser wurde nie komplett veröffentlicht zu der damaligen Zeit. Natürlich war der Inhalt des Films nicht wahr und die Lebensumstände im Ghetto waren katastrophal. Viele, vorallem ältere Menschen wurden aus europäischen Städten hierher transportiert und starben an den unmenschlichen Bedingungen oder wurden in die Vernichtungslager deportiert. Wir begeben uns auf die Spurensuche nach zwei ehemaligen Königs Wusterhausener Bürger: Luise und Gustav Jonas (wohnten in Neue Mühle) die im November 1942 mit dem Transport aus Berlin nach Terezin kamen. Beide überlebten hier nur wenige Wochen.
Auf dem Gelände besichtigen wir das heutige Museum, das früher das Kinderheim war. Wir nehmen unzählige Namen der Kinder an den Wänden wahr und bleiben stehen. Anschließend begaben wir uns in die Magdeburger Kaserne, wo ein ehemaliger Wohnraum des Ghettos dargestellt wird. Zum Abschluss führte uns unser Weg zu den Schienen – die Stelle, wo die Züge ankamen und wo die Züge in die Vernichtungslager fuhren. Im Kolumbarium halten wir inne, an diesem Ort wurde die Asche der Opfer aufbewahrt.

Nun geht es zurück zum Hotel und für die jungen Menschen in die verdiente Freizeit.

Morgen schließen wir unseren letzten Tag in der Altstadt ab, bevor es Freitag wieder nach Hause geht.

I/79 – Transport mit den Geschwistern Jonas aus Neue Mühle